Künstlerisches Profil
Das künstlerische Profil vereint die Fächer Darstellendes Spiel, Musik und Kunst. In den Klassen 9 und 10 wird das Angebot durch die profilbegleitende Informatik ergänzt. Lehrplanschwerpunkte sind:
Klassenstufe 8:
- Bewegung – Theater,
- Hör – Spiel,
- Bild – Sprache
Klassenstufen 9 / 10:
- Klang – Werkstatt,
- Foto – Inszenierung,
- Figuren – Theater,
- Idee – Spiel,
- Spiel – Ausstattung,
- Werbung – Spiel
Allgemeines
Diese Lehrplanthemen bieten genügend Spielraum, um verschiedene Projektideen zu verwirklichen. An ausgewählten Beispielen aus den vergangenen Jahren soll die Arbeitsweise im künstlerischen Profil im Folgenden erläutert werden:
Wichtig ist uns, dass die Gruppe zusammen wächst, darum bleibt auch der Gruppe ein Lehrerstamm über alle drei Profiljahre erhalten. So lernen die Lehrer ihre Schüler kennen, so kann sich ein Team entwickeln, so können Stärken genutzt und Schwächen überwunden werden. Es wird also für jede Profilgeneration eine kleine Lehrer-Crew gebildet, die ihre Profilgruppe von der 8. bis zur 10. Klasse betreut.
Zu dieser Crew gehören in der 8. Klasse ein Lehrer für das Darstellende Spiel, einer für die Kunst und der Musiklehrer. Der Musiklehrer gibt in der 8. Klasse die Hälfte seiner Unterrichtszeit an Frau Weiland ab, die im Körper- und Bewegungstraining mit den Schülern Grundlagen erarbeitet, Pantomime und tänzerische Elemente werden hier als Verbindung zur Musik gehandhabt; und bisher wurde das auch in jedem Projekt gebraucht.
Die vier Kollegen erarbeiten also ein Konzept und jeder bringt sich so ein, dass sämtliche Lehrplaninhalte abgedeckt werden. Am Ende jedes Unterrichtsjahres gibt es eine Präsentationsveranstaltung. Die folgenden Beispiele sollen die Arbeitsweise des künstlerischen Profils verdeutlichen.
Eine Fabelperformance (Jahrgangsstufe 8)

- Kristina mit Tiermaske (Foto: I.Lommatzsch)
Die Fabeln sind zeitlos und lehrhaft, dazu bieten sie eine Fülle an Charakteren und zahlreiche Möglichkeiten zur Umsetzung: darstellerisch, in Hörspielform, mit Pantomime und Tanz oder als Schattenspiel, mit und ohne Musik. Dabei kann auch der Kunstlehrer seine Ideen voll entfalten: Maskenbau, Schattenfiguren, Figurinen und nicht zuletzt das Plakat für die Aufführung und die Dokumentation in Form von Fotos.
Auch für die Schüler des Jahrganges 2005/06 war das Projekt lehrreich: Durch die Kürze des Genres konnte an den Texten, an der Gestaltung und Umsetzung wirklich gearbeitet werden. Bei der Wahl der Fabeln sowie bei der Rollenbesetzung hatten die Schüler Mitspracherecht, es war für jeden etwas dabei, wo er seine Fähigkeiten als Darsteller, Musiker und bildender Künstler unter Beweis stellen konnte oder weiterentwickelt hat. Und aus den 20 kleinen Fabeln wurde dann ein kurzweiliges, abwechslungsreiches Programm zusammengestellt, in dem alle Künste zum Tragen kamen.
Gewalt im Spiel (Jahrgangsstufe 9)
Szenen über und mit Gewalt bilden den Grundstock der Arbeit in der 9. Klassenstufe dieses Schuljahres (2009/10). Gewalt gibt es in der Schule, im Elternhaus, unter Jugendlichen, auf der Straße – eben überall. Im Projekt sollen sich die Schüler mit den verschiedenen Gewaltformen auseinandersetzen und lernen, damit umzugehen.
Dieses Thema ist besonders auf die Entwicklung der Schülerpersönlichkeiten ausgerichtet, und das Team wird an den Erfahrungen wachsen.
Trommelrhythmen und Pantomime verstärken die Aussagekraft der Spielszenen.
Und auch die bildende Kunst hat vielfältige Gestaltungsmittel: Fotocollage, Filmarbeiten in Form von Kurzfilmen oder Dokumentarfilmen sowie theaterübliche bildnerische Arbeiten bei der Ausstattung und Werbung sind jederzeit vonnöten.
Bei der Bildbearbeitung, z.B. beim Filmprojekt oder bei der Arbeit an der Website wird dann auch die Informatik einbezogen, die im Fächerkanon des künstlerischen Profils ab der Klasse 9 vertreten ist.
Die Weiße Rose – ein literarisch-musikalisches Programm zum Gedenken an Hans und Sophie Scholl (Jahrgangsstufe 10)

- Peter Erler und Dorit Surek als Hans und Sophie Scholl (Foto: I.Lommatzsch 2008)
Unsere Schule trägt die Namen der Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, darum haben sich in der Vergangenheit schon mehrere musische bzw. künstlerische Profilgruppen mit dieser Thematik auseinandergesetzt.
Bei allen bisherigen Varianten achteten die Lehrer darauf, dass sich die Schüler mit den Mitgliedern und dem Werdegang der Weißen Rose wirklich befassten. Am Anfang steht darum jeweils die Recherche, denn das Ziel ist: Die Schüler schreiben ihr Stück selbst. Szenen aus dem Spielfilm werden ausgearbeitet, Biographien werden zusammengestellt, Texte aus Flugblättern und dem Tagebuch von Sophie werden ausgewählt. Dann werden solche Lieder ausgesucht, die den Widerstand und die Gefühle der jungen Leute zum Tragen bringen. Die Schüler stellen ihr eigenes Programm zusammen und proben, diskutieren und verändern so lange, bis ein wirkungsvolles Programm entsteht, das an unserem „Geschwister-Scholl-Gymnasium“ immer gebraucht wird.
Und damit die Wirkung über das Programm hinaus noch erhalten bleibt, wurde in unserem Treppenhaus im Haus Albertinum vom Jahrgang 2006/07 ein elf Meter hohes Mobile mit Flugblättern, Fotodokumenten, Spruchbändern, Plakaten etc. installiert.
Zusammenfassung
Die oben genannten Projekte sind nur einige Beispiele für die Arbeit im künstlerischen Profil, zeigen aber alle die Vernetzung der beteiligten Fächer. Weiterhin gab es in den letzten Jahren Autorenportraits, Musicalaufführungen, Theaterstücke, Film- und Hörspielprojekte etc.
Bei Interesse und Begabung können die Schüler ihren Neigungen später im Leistungskurs Kunst oder im fächerübergreifenden Musical-Wahlgrundkurs in der Sek II (11./12. Klasse) weiter nachgehen. Zahlreiche künstlerische AGs werden im außerunterrichtlichen Bereich zusätzlich angeboten. (Siehe AG-Angebot)
Abschließend sei festgestellt, dass neben den verschiedenen künstlerischen Erfahrungen uns Kollegen in erster Linie die persönlichkeitsbildenen Aspekte dieses Profils wichtig sind. Wir freuen uns mit den Schülern und Eltern am Wachsen der jungen Leute.




