DIETER, DUISBURG UND THYSSENKRUPP

Unsere Exkursionsgruppe (Foto: privat)


Unsere Schulexkursion startet am Montag, den 15.02.2010, auf dem „Freiberger Messeplatz“ zu einer, für Ferien unverschämt, frühen Zeit nämlich Punkt 7.00 Uhr. Beschwerden waren aber leider vergebens, da diese schulinszinierte Ferienreise auf freiwilliger Basis verlief. Dieses frühzeitige Auferstehen der Schüler führte, trotz Aufregung und interessierter Erwartung, zu einer ruhigen Fahrt, da Vereinzelte immer wieder weg nickten. Der geräumige Reisebus und unser besonnener Fahrer Dieter trugen ebenfalls zu einer angenehmen Reiseatmosphäre bei. Zu einem kleinen Aufruhr kam es erst, als Dieter mit wenig pädagogischem Geschick der Jugend zu erklären versuchte, dass es nicht angebracht sei den Bus mit McDonalds – Werbefähnchen zu verschönern. Natürlich hatten wir ein Einsehen und die Fahrt konnte ohne weitere Zwischenfälle fortgesetzt werden.

Die Ankunft auf dem ehemaligen Werksgelände, auf dem sich das von uns bewohnte Hostel befand, hinterließ einen bleibenden Eindruck. Die Symbiose aus dem alten Backsteingebäude und dem modernen inneren Ausbau war grandios. Der Ausblick der Zimmer auf das stillgelegte Werksgelände beeindruckte alle. Nach dem Einzug in die Zimmer folgte der Auszug auf das betrachtete Gelände, welches auch als „Landschaftspark Duisburg“ bezeichnet wird. Der Blick über die Stadt, von einem stillgelegten Hochofen aus,  blieb uns allerdings verwehrt, da der gefallene Schnee und das übertrieben große Verantwortungsgefühl der Parkbetreiber uns im Wege waren. Dadurch blieb allerdings viel Zeit um in kleinen Gruppen die Stadt zu erkunden, was auch bis in die späten Stunden des Tages genutzt wurde.

Am zweiten Tag  unserer Reise haben wir die Hochöfen und das Stahlwerk von ThyssenKrupp besucht, die  Hauptattraktion der ganzen Exkursion! Diese machte bereits auf der Hinfahrt ihrem Namen alle Ehre. Denn die leichten Orientierungsschwierigkeiten von Dieter führten zur allgemeinen Erheiterung der Schüler. Dennoch sind wir pünktlich am Werkstor angekommen. Auch wenn das Werksgelände der Größe nach einer eigenen Stadt entsprach, fanden wir unsere Tourismusführer sofort. Die Beschilderung im Gelände war tadellos, schließlich müssen sich dort auch 36.000 Mitarbeiter zurechtfinden. Zuerst wurde uns ein Propagandafilm á la ThyssenKrupp gezeigt, eine sich selbstlobende Hymne auf ihr weltweites Vorzeigeprodukt: Stahl. Danach begann man uns das weitläufige Firmengelände zu zeigen. Selbstverständlich in einer „Stadtrundfahrtaufmachung“ mit unserem Bus.

Unsere Besichtigung führten zwei ergraute doch dennoch enthusiastisch begeisterte, extra abgestellte ThyssenKrupp-Tourismusführer. Bei Besichtigung des Werkshafens lief gerade ein mit Erz und Kohle beladener Frachter ein. Sowohl Tourismusführer als auch Schüler imponierte das Geschehen. Dieter zeigte dabei besonderes Geschick als er den Bus nach Absprache mit dem firmeneigenen Ordnungsdienst stilvoll  im Hafen wendete. Beachtung wurde ihm dafür leider nicht entgegengebracht, deshalb wollen wir Ihm hier an dieser Stelle ganz herzlich danken.

Auch die Farbgestaltung der ThyssenKrupp–Firmengebäude überraschte uns positiv. Statt grau in grau strahlten uns farbige Fassaden an. Natürlich wurde dieser bunte Stahl bei ThyssenKrupp nach eigens entwickeltem Verfahren lackiert. Allerdings gaben unsere Tourismusführer später zu, dass es sich hier vor allem um werbe- und öffentlichkeitswirksame Verschönerungen handelte.

In den Fabriken konnten wir die Produktionskette vom Rohstoff Eisenerz bis zum Endprodukt wahlweiße mit allen möglichen Zusätzen für alle möglichen Eigenschaften in allen möglichen Farben live und abwärmespürend verfolgend. Das glühende Roheisen wurde auf  kilometerlange Bahnen neben uns bearbeitet. Im Allgemeinen waren die Anlagen sehr besucherfreundlich gestaltet. Unsere Ausrüstung, die aus Helm und Headset bestand, war sehr angenehm, sollte sie auch, auf einer mehrstündigen Besichtigungstour. Auch Showeffekte bekamen wir zu Gesicht. Zum Beispiel bei der Formung von Eisenblöcken: es glühte, spritzte, zischte, dampfte, knallte, lärmte, walzte. Klasse! Das Knallen, dies wurde explizit betont, war nicht das Auftreffen der Stempel auf das Roheisen, sondern das durch heißeste Temperaturen und höchstem Druck zusammengepresste Wasser, was eine Knallgasreaktionen herbeiführte. Unter Sirenengeheul und „Las Vegas-Blicklichtern“ wurde plötzlich eine Störung vermeldet. Da dies in dem Unternehmen scheinbar häufiger passiert, machten sich auch die wenigen Arbeiter keine unnötigen Mühen um einem interessierten Kurs eine funktionierende Anlage zu präsentieren. Bis zu unserem Verlassen der Fabrik  tönte und blinkte es weiter. Die wenigen Arbeiter, deren Kollegen höchstwahrscheinlich einer schonungslosen Rationalisierung von Arbeitsplätzen durch eine hochmoderne, automatisierte Anlage zum Opfer fielen, nahmen wir fast nicht wahr.  Sehr Interessant war der Umstand, dass man im Ruhrgebiet bei ThyssenKrupp die „berühmte Bergakademie“ aus dem Erzgebirge kannte. Wir fühlten uns geschmeichelt. Bei dieser Gelegenheit sollte den „Kooperationspatnern“ (und Finanzierern) Bergakademie Freiberg und der ThyssenKrupp Steel AG gedankt werden.

Das Mittagessen bei ThyssenKrupp war eine Hühnerbrühe. Leider keine „wohlschmeckende Erbsensuppe“, wie uns Herr Pezold im Voraus versprach (Kritikpunkt!). Kurz vor Verlassen der Firma wurden uns selbstverständlich Werbegeschenke angeboten, wobei allerdings nach 32 Stunden keines mehr in vollständiger Form vorhanden war.

Gasometer - Blick von oben auf den Mond(Foto: privat)


Auf die Unternehmensbesichtigung folgte eine Fahrt zum Gasometer  Oberhausen. (Der Gasometer speicherte Gichtgas, ein Abfallprodukt der umliegenden Hochöfen der Gutehoffnungshütte. Die sogenannte Gasdruckscheibe schwamm, von zusätzlichen Betongewichten beschwert, auf dem Gas und konnte so je nach vorhandener Gasmenge die Wände des Gasometers entlang auf- und abgleiten und hielt somit den Gasdruck konstant. Quelle: Wikipedia) Darin befand sich eine aktuelle Ausstellung mit dem Namen „Sonne, Mond und Sterne“. Ausgestellt waren Bilder, Plastiken, Skulpturen, Kunstwerke und Historische Fakten, alles mit hochwissenschaftlichem Niveau und wundervollen Lichteffekten garniert. Das absolute Highlight war eine Raumausfüllende Mondnachbildung. Da sich die Wetterverhältnisse nicht besserten, konnten wir leider nicht die Aussichtsplattform „on top“ des Gasometers besteigen. Diese wäre mit einem Fahrstuhl erklimmbar gewesen. Immerhin war die Geräuschkulisse des 117,5 Meter hohen Gebäudes sehr faszinierend. Uns faszinierte sie so sehr, dass unsere eigenen Demonstrationsversuche von Aufsehern unterbunden werden mussten. Danach konnten wir unsere Freizeit im „CentrO Oberhausen“ verbringen, dem größten Einkaufszentrum Deutschlands. Dieter führte uns einwandfrei zurück in die Jugendherberge. Die Nacht und der anbrechende Tag wurde dann von einigen, trotz ausdrücklichen Hinweises zur Einhaltung des Jugendschutzgesetzes, mit berauschenden Getränken verbracht. An dieser Stelle möchten wir uns für den vertrauensvollen Umgang der Betreuer mit den Freizügigkeiten der Schüler, es waren ja immerhin Ferien, bedanken.    

Der letzte Tag begann recht zeitig mit einem guten Frühstück und anschließender Zimmersäuberung und -räumung. Die für manche zu kurze Nacht führte erneut zu einer recht ruhigen Fahrt nach Essen, wo die Besichtigung der „Villa Hügel“ auf dem Programm stand. Das große, gepflegte Anwesen wirkte genauso beeindruckend, wie der Innenausbau der Residenz der Familie Krupp. Nach der selbstständigen Besichtigung des Hauptgebäudes folgte eine Führung durch die Ausstellung im Nebengebäude mit ausführlichen Informationen zur Geschichte der Firma und der Dynastie der Familie Krupp. Dabei wurde nicht nur über die positiven Seiten der Fusion der verschiedenen Stahlerzeuger aufgeklärt, sondern auch über die verschiedensten zwielichtigen Abkommen informiert. Doch es gab nicht nur unterhalb der Firmenbetreiber undurchsichtige Machenschaften, sondern auch zwischen der Familie Krupp und einigen Politikern, wie beispielsweise Wilhelm II oder Hitler. (Zitat Hitler: „Zäh wie Leder, schnell wie Windhunde und hart wie Kruppstahl“) Diese vielen Informationen und der teilweise entstandene Schlafmangel führte zu einer derartigen Erschöpfung, dass nicht einmal der fast zweistündige Stau auf der Heimreise großartig erfasst wurde. Dieter meisterte die Rückfahrt souverän und wurde bei der Ankunft in Freiberg mit lautem Jubel und tosendem Beifall bedankt und verabschiedet.

A. Heber und A. Escher

Besuch der Siltronic AG Freiberg

Am Mittwoch, den 4.2.09, besuchten 10 Schüler des Fachübergreifenden Grundkurses „Werkstoffwissenschaft und Silizium“ die Siltronic AG in Freiberg.

Im Unterricht wurde der Weg vom Sand zum Wafer theoretisch behandelt. Nun konnten die Schüler  die Produktion der Wafer aus Reinstsilicium hautnah erleben. Herr Zschoke führte den Kurs durch die einzelnen Produktionsabschnitte und erklärte Vorort jeden Verfahrensschritt von der Herstellung der Siliciumeinkristalle  nach dem Czochralsky - Verfahren, über das Zersägen der Einkristalle mit der Innenlochsäge bis hin zum versandfertigen Wafer.

Die Schüler erfuhren, dass polierte Siliziumwafer in einem chemisch - mechanischen Polierprozess eine nahezu perfekte Oberflächenbeschaffenheit  erhalten, um den hohen Anforderungen in Bezug auf Ebenheit und Oberflächenqualität gerecht zu werden. Das Ergebnis ist ein äußerst flacher Wafer mit einer spiegelartigen Oberfläche. Herr Zschoke erläuterte in diesem Zusammenhang auch, welche Anforderungen an die Reinsträume gestellt werden. Siltronic bietet verschiedene Arten von polierten Siliciumwafern mit einem Durchmesser von 125 mm bis 300 mm an. Üblicherweise basieren diese Wafer auf CZ-Kristalltechnologie. Abhängig von Kundenanforderungen werden verschiedene Dotierstoffe hinzugefügt: Bor, Phosphor, roter Phosphor, Arsen und Antimon. Neutronendotierte Kristalle werden für Spezialanfertigungen produziert.

Fachübergreifende Grundkurse erfolgreich gestartet

Luca Anne Mayer (vorn), sowie Maria Bernhardt (r.) und Pia Vogler testen schon einmal die Arbeitsbedingungen im Institut für Biowissenschaften der TU Bergakademie Freiberg. Dr. Stefan Kaschabek (l.) steht dabei hilfreich zur Seite. Foto: Torsten Mayer

 

Am 03.09.2008 war es soweit. Die Zusammenarbeit der TU Bergakademie Freiberg und des Geschwister-Schollgymnasiums erreicht eine neue Qualität. Um 14.30 Uhr trafen sich 25 Schüler, sowie Professoren, Hochschulmitarbeiter, Lehrer und weitere Gäste, um die beiden neu eingerichteten fachübergreifenden Wahlgrundkurse zu eröffnen.

Herr Pezold verwies in einer kurzen Einführung auf die guten Traditionen der Zusammenarbeit. So stellte er fest, dass die Wurzeln des Wahlgrundkurses "Silizium und Werkstoffwissenschaften" mehrere  Jahre zurückreichen. Auch der Biotechnologiekurs ist ein Resultat von früher durchgeführten Projekten und Lehrerfortbildungen in Zusammenarbeit mit der TU und dem GIZeF Freiberg.

Als Prof. Hessenkemper (der nach wie vor um seine Rente fürchtet  ...O-ton) den Schülern die Bedeutung eines Ingenieurstudiums darstellte, begann so mancher der Anwesenden zu begreifen was es heißt, wenn man für seine Ansichten "brennt"!

Prof. Schlömann machte den Schülern deutlich, was alles an der Bergakadmie biotechnologisch erforscht wird. Das war erstaunlich, denn auch so mancher Freiberger vermutet nicht, das hinter den Mauern der TU z.B. herausgefunden wurde, welche Stoffwechselprozesse bestimmte Bakterien durchführen, um chlorierte Aromaten im Bitterfelder Boden abzubauen.

Da auch das Schülerlabor der TU unverzichtbarer Bestandteil des Grundkurses "Silizium und Werkstoffwissenschaften" sein wird, stellte Frau A. Wolf (Laborleiterin) abschließend einige interessante Informationen zur Evaluation der Laborbesuche vor.
Auch verdeutlichte sie, dass die Finanzierung des Labors gesichert ist, um aber eine neue Qualitätstufe zu erreichen noch 50.000.- Euro für ein Elektronenmikroskop fehlen.

v.l. Prof.M.Schlömann (Prorektor Bildung der TU Freiberg), I.Pezold (Fachleiter für Naturwissenschaften des Geschwister-Scholl-Gymnasiums) und M. Albrecht (Schulleiter des Geschwister-Scholl-Gymnasiums) nach der Eröffnungsveranstaltung im Senatssaal der Universität. Foto: Torsten Mayer