Netzwerk TKS-Schule-Hochschule

- aus: Vortrag von Prof. Köhler (ThyssenKrupp Steel)
Wir sind stolz darauf, dass wir seit ca. 3 Jahren mit in die Netzwerkbildung ThyssenKrupp Steel - Schule - Hochschule aufgenommen wurden. Hierbei sei v.a. Prof. R. Kawalla vom Institut für Metallformung gedankt.
ThyssenKrupp Steel ermöglicht es 2009 nun schon zum dritten Mal einer Schülergruppe für 3 Tage nach Duisburg zu kommen. Dabei steht das beeindruckende Stahlwerk im zentralen Focus, doch auch der Besuch der Villa Hügel ist immer wieder ein Erlebnis.
Für 2009 planen wir mit Unterstützung der ThyssenKrupp Steel AG ein größeres Projekt an unserer Schule. Alle Informationen dazu gibt es rechtzeitig hier.
Schüler aus Freiberg machen Duisburg unsicher - 2011
Am ersten Sonntag der Winterferien 2011 machten sich 24 Schüler (davon nur acht Mädchen – traut euch das nächste Mal, es ist echt schön) zu einer achtstündigen Busfahrt zum im Ruhrgebiet liegenden Duisburg auf. Manche Mitfahrer entdeckten in den Pausen im Bällchenbad von McDonalds ihre Kindheit wieder. Angekommen zählten zu den Highlights im Besonderen die Präsentation des neuen Passats von VW, der Besuch der größten Einkaufsgalerie Deutschlands in Oberhausen und nächtliche Feiern. Nein, Spaß beiseite, wir erlebten in Duisburg eine sehr interessante Zeit. Am Montag besuchten wir eine Hochofenanlage, das Stahlwerk und die Warmbandstraße der ThyssenKrupp Steel AG und wurden von zwei sehr netten ehemaligen Mitarbeitern durch das elf Quadratkilometer große Werksgelände geführt. Zuerst besichtigten wir einen Hochofen und sahen den Abstich von 1800 °C heißen, flüssigem Roheisen. Im Walzwerk konnte bestaunt werden, wie aus einer so genannten Bramme (ein Block aus gegossenem Stahl) ewig lange Bleche gewalzt werden. Beim Vorbeischießen solch einer Bramme war deutlich die Hitze dieser zu spüren – „Wir braten manchmal bei Transport Würstchen auf den fertigen Blechen, so heiß sind sie noch.“, so einer der Mitarbeiter. Zum Schluss wurde uns noch das „Fegefeuer“ gezeigt - beim Umgießen des flüssigen Eisens in den Konverter, ein Schauspiel aus Feuer, Glut und Rauch.
Sehr aufschlussreich war auch die Begehung des stillgelegten Hochofens direkt neben unserer Jugendherberge im Landschaftspark Nord. Wir haben durch das Erklimmen des Ofens eine bessere Vorstellung vom Aufbau und der Dimension bekommen.
Wir möchten uns für die gute Zeit in Duisburg bei unseren betreuenden Lehrern (Frau Morgenroth und Herr Pezold) und vor allem bei der ThyssenKrupp Steel AG bedanken! Es war wirklich eine sehr schöne und bereichernde Exkursionsfahrt.
Julia Lemke
DIETER, DUISBURG UND THYSSENKRUPP - 2010

- Unsere Exkursionsgruppe (Foto: privat)
Unsere Schulexkursion startet am Montag, den 15.02.2010, auf dem „Freiberger Messeplatz“ zu einer, für Ferien unverschämt, frühen Zeit nämlich Punkt 7.00 Uhr. Beschwerden waren aber leider vergebens, da diese schulinszinierte Ferienreise auf freiwilliger Basis verlief. Dieses frühzeitige Auferstehen der Schüler führte, trotz Aufregung und interessierter Erwartung, zu einer ruhigen Fahrt, da Vereinzelte immer wieder weg nickten. Der geräumige Reisebus und unser besonnener Fahrer Dieter trugen ebenfalls zu einer angenehmen Reiseatmosphäre bei. Zu einem kleinen Aufruhr kam es erst, als Dieter mit wenig pädagogischem Geschick der Jugend zu erklären versuchte, dass es nicht angebracht sei den Bus mit McDonalds – Werbefähnchen zu verschönern. Natürlich hatten wir ein Einsehen und die Fahrt konnte ohne weitere Zwischenfälle fortgesetzt werden.
Die Ankunft auf dem ehemaligen Werksgelände, auf dem sich das von uns bewohnte Hostel befand, hinterließ einen bleibenden Eindruck. Die Symbiose aus dem alten Backsteingebäude und dem modernen inneren Ausbau war grandios. Der Ausblick der Zimmer auf das stillgelegte Werksgelände beeindruckte alle. Nach dem Einzug in die Zimmer folgte der Auszug auf das betrachtete Gelände, welches auch als „Landschaftspark Duisburg“ bezeichnet wird. Der Blick über die Stadt, von einem stillgelegten Hochofen aus, blieb uns allerdings verwehrt, da der gefallene Schnee und das übertrieben große Verantwortungsgefühl der Parkbetreiber uns im Wege waren. Dadurch blieb allerdings viel Zeit um in kleinen Gruppen die Stadt zu erkunden, was auch bis in die späten Stunden des Tages genutzt wurde.
Am zweiten Tag unserer Reise haben wir die Hochöfen und das Stahlwerk von ThyssenKrupp besucht, die Hauptattraktion der ganzen Exkursion! Diese machte bereits auf der Hinfahrt ihrem Namen alle Ehre. Denn die leichten Orientierungsschwierigkeiten von Dieter führten zur allgemeinen Erheiterung der Schüler. Dennoch sind wir pünktlich am Werkstor angekommen. Auch wenn das Werksgelände der Größe nach einer eigenen Stadt entsprach, fanden wir unsere Tourismusführer sofort. Die Beschilderung im Gelände war tadellos, schließlich müssen sich dort auch 36.000 Mitarbeiter zurechtfinden. Zuerst wurde uns ein Propagandafilm á la ThyssenKrupp gezeigt, eine sich selbstlobende Hymne auf ihr weltweites Vorzeigeprodukt: Stahl. Danach begann man uns das weitläufige Firmengelände zu zeigen. Selbstverständlich in einer „Stadtrundfahrtaufmachung“ mit unserem Bus.
Unsere Besichtigung führten zwei ergraute doch dennoch enthusiastisch begeisterte, extra abgestellte ThyssenKrupp-Tourismusführer. Bei Besichtigung des Werkshafens lief gerade ein mit Erz und Kohle beladener Frachter ein. Sowohl Tourismusführer als auch Schüler imponierte das Geschehen. Dieter zeigte dabei besonderes Geschick als er den Bus nach Absprache mit dem firmeneigenen Ordnungsdienst stilvoll im Hafen wendete. Beachtung wurde ihm dafür leider nicht entgegengebracht, deshalb wollen wir Ihm hier an dieser Stelle ganz herzlich danken.
Auch die Farbgestaltung der ThyssenKrupp–Firmengebäude überraschte uns positiv. Statt grau in grau strahlten uns farbige Fassaden an. Natürlich wurde dieser bunte Stahl bei ThyssenKrupp nach eigens entwickeltem Verfahren lackiert. Allerdings gaben unsere Tourismusführer später zu, dass es sich hier vor allem um werbe- und öffentlichkeitswirksame Verschönerungen handelte.
In den Fabriken konnten wir die Produktionskette vom Rohstoff Eisenerz bis zum Endprodukt wahlweiße mit allen möglichen Zusätzen für alle möglichen Eigenschaften in allen möglichen Farben live und abwärmespürend verfolgend. Das glühende Roheisen wurde auf kilometerlange Bahnen neben uns bearbeitet. Im Allgemeinen waren die Anlagen sehr besucherfreundlich gestaltet. Unsere Ausrüstung, die aus Helm und Headset bestand, war sehr angenehm, sollte sie auch, auf einer mehrstündigen Besichtigungstour. Auch Showeffekte bekamen wir zu Gesicht. Zum Beispiel bei der Formung von Eisenblöcken: es glühte, spritzte, zischte, dampfte, knallte, lärmte, walzte. Klasse! Das Knallen, dies wurde explizit betont, war nicht das Auftreffen der Stempel auf das Roheisen, sondern das durch heißeste Temperaturen und höchstem Druck zusammengepresste Wasser, was eine Knallgasreaktionen herbeiführte. Unter Sirenengeheul und „Las Vegas-Blicklichtern“ wurde plötzlich eine Störung vermeldet. Da dies in dem Unternehmen scheinbar häufiger passiert, machten sich auch die wenigen Arbeiter keine unnötigen Mühen um einem interessierten Kurs eine funktionierende Anlage zu präsentieren. Bis zu unserem Verlassen der Fabrik tönte und blinkte es weiter. Die wenigen Arbeiter, deren Kollegen höchstwahrscheinlich einer schonungslosen Rationalisierung von Arbeitsplätzen durch eine hochmoderne, automatisierte Anlage zum Opfer fielen, nahmen wir fast nicht wahr. Sehr Interessant war der Umstand, dass man im Ruhrgebiet bei ThyssenKrupp die „berühmte Bergakademie“ aus dem Erzgebirge kannte. Wir fühlten uns geschmeichelt. Bei dieser Gelegenheit sollte den „Kooperationspatnern“ (und Finanzierern) Bergakademie Freiberg und der ThyssenKrupp Steel AG gedankt werden.
Das Mittagessen bei ThyssenKrupp war eine Hühnerbrühe. Leider keine „wohlschmeckende Erbsensuppe“, wie uns Herr Pezold im Voraus versprach (Kritikpunkt!). Kurz vor Verlassen der Firma wurden uns selbstverständlich Werbegeschenke angeboten, wobei allerdings nach 32 Stunden keines mehr in vollständiger Form vorhanden war.

- Gasometer - Blick von oben auf den Mond(Foto: privat)
Auf die Unternehmensbesichtigung folgte eine Fahrt zum Gasometer Oberhausen. (Der Gasometer speicherte Gichtgas, ein Abfallprodukt der umliegenden Hochöfen der Gutehoffnungshütte. Die sogenannte Gasdruckscheibe schwamm, von zusätzlichen Betongewichten beschwert, auf dem Gas und konnte so je nach vorhandener Gasmenge die Wände des Gasometers entlang auf- und abgleiten und hielt somit den Gasdruck konstant. Quelle: Wikipedia) Darin befand sich eine aktuelle Ausstellung mit dem Namen „Sonne, Mond und Sterne“. Ausgestellt waren Bilder, Plastiken, Skulpturen, Kunstwerke und Historische Fakten, alles mit hochwissenschaftlichem Niveau und wundervollen Lichteffekten garniert. Das absolute Highlight war eine Raumausfüllende Mondnachbildung. Da sich die Wetterverhältnisse nicht besserten, konnten wir leider nicht die Aussichtsplattform „on top“ des Gasometers besteigen. Diese wäre mit einem Fahrstuhl erklimmbar gewesen. Immerhin war die Geräuschkulisse des 117,5 Meter hohen Gebäudes sehr faszinierend. Uns faszinierte sie so sehr, dass unsere eigenen Demonstrationsversuche von Aufsehern unterbunden werden mussten. Danach konnten wir unsere Freizeit im „CentrO Oberhausen“ verbringen, dem größten Einkaufszentrum Deutschlands. Dieter führte uns einwandfrei zurück in die Jugendherberge. Die Nacht und der anbrechende Tag wurde dann von einigen, trotz ausdrücklichen Hinweises zur Einhaltung des Jugendschutzgesetzes, mit berauschenden Getränken verbracht. An dieser Stelle möchten wir uns für den vertrauensvollen Umgang der Betreuer mit den Freizügigkeiten der Schüler, es waren ja immerhin Ferien, bedanken.
Der letzte Tag begann recht zeitig mit einem guten Frühstück und anschließender Zimmersäuberung und -räumung. Die für manche zu kurze Nacht führte erneut zu einer recht ruhigen Fahrt nach Essen, wo die Besichtigung der „Villa Hügel“ auf dem Programm stand. Das große, gepflegte Anwesen wirkte genauso beeindruckend, wie der Innenausbau der Residenz der Familie Krupp. Nach der selbstständigen Besichtigung des Hauptgebäudes folgte eine Führung durch die Ausstellung im Nebengebäude mit ausführlichen Informationen zur Geschichte der Firma und der Dynastie der Familie Krupp. Dabei wurde nicht nur über die positiven Seiten der Fusion der verschiedenen Stahlerzeuger aufgeklärt, sondern auch über die verschiedensten zwielichtigen Abkommen informiert. Doch es gab nicht nur unterhalb der Firmenbetreiber undurchsichtige Machenschaften, sondern auch zwischen der Familie Krupp und einigen Politikern, wie beispielsweise Wilhelm II oder Hitler. (Zitat Hitler: „Zäh wie Leder, schnell wie Windhunde und hart wie Kruppstahl“) Diese vielen Informationen und der teilweise entstandene Schlafmangel führte zu einer derartigen Erschöpfung, dass nicht einmal der fast zweistündige Stau auf der Heimreise großartig erfasst wurde. Dieter meisterte die Rückfahrt souverän und wurde bei der Ankunft in Freiberg mit lautem Jubel und tosendem Beifall bedankt und verabschiedet.
A. Heber und A. Escher








